Mit Zeitdruck und Stress wächst das Bedürfnis nach Service im Wohnbereich.
WIEN (dd). Die Wohnbedürfnisse sind im Umbruch - zu diesem Ergebnis kommt das Österreichische Institut für Zukunfts- und Trendforschung "das fernlicht". "Künftig werden neben Lage, Infrastruktur, Ausstattung und Wohnungsgröße auch zielgruppenspezifische Zusatzangebote für die Wahl der Wohnform mitentscheidend sein", so Studien-Autor Daniel Maerki.
Von unterwegs mit dem Handy die Heizung einschalten oder von der Ferienwohnung aus via Internet die Anwesenheit zu Hause simulieren - diese drahtlose Technik werde uns bald im Alltag unterstützen.
Zu den Pilotprojekten gehört "das dienende Haus" in der Wiener Tokiostraße. Via Intranet können die 55 Mieter beispielsweise ihre Kinder zu Hause oder auf dem Spielplatz beaufsichtigen, Telefonkosten abrufen oder per Zustellservice Einkäufe erledigen. "Der ,intelligente' Haushalt findet bei Alt und Jung, Männern und Frauen große Akzeptanz", so Maerki. Vergleichbares gebe es etwa in Berlin, Stockholm und Budapest.
Einem ähnlichen Ansatz folgen die diversen "Town in Town"-Projekte. "Wohnen wird dabei zunehmend zum Gemeinschaftserlebnis", so Maerki. Beispiele seien die "virtuelle Nachbarschafts-Community" im Wiener Gasometer oder die "Wiener Sargfabrik", wo 240 Personen aller Altersgruppen - Familien wie Singles - eigenständig und trotzdem gemeinsam leben. "Die offenen Kommunikations- und Begegnungszonen decken Bedürfnisse, die Gemeinschaft macht Dinge ökonomisch möglich, die für einen Einzelhaushalt illusorisch wären", so Maerki. "Betreuungsdienste, Wäsche- und Bügelservice, Online-Warenbestellung und Lieferung oder Botengänge werden gern in Anspruch genommen."
Mit Zeitdruck, Stress und Multitasking gewinnen auch Entspannungszonen an Bedeutung - vom Medienzentrum im Wohnzimmer bis zum gemeinsamen Fitness- oder Wellnessbereich.
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